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Passt das alles noch rein? Wohnmobil-Zuladung berechnen

Bei 3,5 t bleiben im Mittel nur 570 kg für Mitfahrende, Gepäck, Wasser und jedes Extra (508 Modelle unserer Datenbank). Drei Fragen, und du weisst, ob es bei dir reicht.

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Häufige Fragen zur Zuladung

Was ist die Zuladung eines Wohnmobils?

Die Zuladung ist die Differenz zwischen der zulässigen Gesamtmasse laut Fahrzeugausweis bzw. Zulassungsbescheinigung und dem tatsächlichen Gewicht des fahrbereiten Fahrzeugs. Davon gehen Mitfahrende, Gepäck, Wasser, Gas und alle nachgerüsteten Extras ab. Alle Personen an Bord zählen mit.

Quellen: TCS: Überladung von Wohnmobil oder Wohnwagen, TÜV NORD: Wohnmobil-Zuladung

Wo finde ich Leergewicht und zulässige Gesamtmasse in den Fahrzeugpapieren?

Beide Werte stehen im Fahrzeugausweis bzw. in der Zulassungsbescheinigung, nur die Felder heissen je nach Land anders. Das eingetragene Leergewicht gilt in der Regel für das fahrbereite Fahrzeug, also inklusive 75 kg Fahrer und mindestens 90 % Treibstoff.

Je nach Land:

  • Schweiz: Im Fahrzeugausweis steht das Leergewicht unter Ziffer 30, das Gesamtgewicht unter Ziffer 33 und die Nutzlast unter Ziffer 32.
  • Deutschland: In der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) steht die Leermasse in Feld G, die technisch zulässige Gesamtmasse in F.1 und die in Deutschland zulässige Gesamtmasse in F.2. Für den Rechner zählt F.2.
  • Österreich: Im Zulassungsschein steht das Eigengewicht in Feld G, die technisch zulässige Gesamtmasse in F1 und das höchste zulässige Gesamtgewicht in F2. Für den Rechner zählt F2.

Quellen: TCS: Überladung von Wohnmobil oder Wohnwagen, Wikipedia: Fahrzeugausweis, KBA: Leitfaden zur Ausfüllung der Zulassungsbescheinigung Teil I und II (Stand Juli 2026), Felder F.1, F.2 und G, Zulassungsstellenverordnung (AT), Anlage 3: Felder G, F1 und F2 (BGBl. II Nr. 282/2023), TÜV NORD: Wohnmobil-Zuladung

Zählen Personen zur Zuladung?

Ja, bis auf den Fahrer: Er steckt mit pauschal 75 kg schon in der Masse im fahrbereiten Zustand. Alle Mitfahrer zählen mit ihrem echten Gewicht zur Zuladung, dazu kommen ihr Gepäck, Vorräte, Velos und alles, was nachträglich eingebaut wurde. Wiegt der Fahrer mehr als 75 kg, gehört die Differenz ebenfalls dazu.

Quellen: TÜV NORD: Wohnmobil-Zuladung, Dethleffs: Gewichte ABC

Was steckt in der Masse im fahrbereiten Zustand?

Nach EU-Vorgabe enthält sie das Fahrzeug mit Serienausstattung, einen Fahrer mit 75 kg, einen zu 90 % gefüllten Dieseltank und das Frischwasser in Fahrstellung (meist 20 Liter). Dethleffs rechnet zusätzlich eine volle Alu-Gasflasche mit 16 kg ein. Sonderausstattung ist nicht enthalten.

Quellen: Dethleffs: Gewichte ABC, TÜV NORD: Wohnmobil-Zuladung

Warum mit einer Toleranz von bis zu 5 % rechnen?

Hersteller dürfen beim Leergewicht um bis zu ±5 % von der Angabe abweichen. Bei einem 3,5-Tonner sind das schnell über 100 kg. Erst eine Wiegung zeigt, wo das eigene Fahrzeug liegt.

Quellen: Dethleffs: Gewichte ABC, Reisemobil International: Wohnmobil überladen, Strafen (2022)

Was kostet eine Überladung in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich?

Es gelten die Regeln des Landes, in dem du kontrolliert wirst, egal wo das Wohnmobil zugelassen ist. Die drei Länder unterscheiden sich stark: Die Schweiz zieht einen Sicherheitswert ab, Deutschland büsst erst ab über 5 %, Österreich kennt keine Toleranz. Eine Toleranz ist keine Reserve zum Einplanen.

Je nach Land:

  • Schweiz: Vom gemessenen Gewicht wird zuerst ein Sicherheitswert von 3 % abgezogen. Danach kosten bis 100 kg zu viel CHF 100, bei Fahrzeugen bis 3,5 t über 100 kg bis 5 % CHF 200. Über 5 % gibt es keine Ordnungsbusse mehr, sondern einen Strafbefehl; als Richtwert nennt die Staatsanwaltschaft St. Gallen CHF 250 (bis 10 %), CHF 300 (bis 15 %), CHF 350 (bis 20 %) und darüber CHF 20 pro Prozent, jeweils plus rund CHF 250 Verfahrenskosten. Die Achslast wird separat geprüft: Ist nur sie überschritten, kostet das CHF 40 (über 2 bis 5 %) bzw. CHF 100 (über 5 %); ist auch das Gesamtgewicht zu hoch, kommen bis 100 kg Achslast-Überschreitung CHF 100 dazu. Bussen in der Schweiz
  • Deutschland: Bis 7,5 t kostet eine Überladung von über 5 % 10 Euro, über 10 % 30 Euro, über 15 % 35 Euro, über 20 % 95 Euro, über 25 % 140 Euro und über 30 % 235 Euro. Ab über 20 % gibt es zusätzlich einen Punkt in Flensburg. Bussgelder in Deutschland
  • Österreich: Keine Toleranz: Schon das erste Kilo zu viel kann vor Ort bis 210 Euro kosten, der Strafrahmen reicht bis 10'000 Euro. Ab 2 % Überladung kann die Polizei die Weiterfahrt untersagen. Strafen in Österreich

Quellen: Ordnungsbussenverordnung SR 314.11, Anhang 1 Ziff. 300 (Stand 1.8.2026), VSKV-ASTRA SR 741.013.1, Art. 13 (Sicherheitswert), Staatsanwaltschaft St. Gallen: Strafmassrichtlinien Strassenverkehr (Jan. 2024), TCS: Überladung von Wohnmobil oder Wohnwagen, Bussgeldkatalog-Verordnung (DE), Nr. 198.2, Kraftfahrgesetz Österreich, § 134 (Fassung 30.7.2026)

Was kostet eine Überladung in anderen Ländern Europas?

Oft wird schon ab dem ersten Kilo gebüsst, und die Beträge liegen meist höher als in Deutschland. Frankreich verlangt 135 Euro je angefangene halbe Tonne, ab 5 % kann die Weiterfahrt untersagt werden. Italien büsst ab dem ersten Kilo mit 42 bis 1734 Euro und Punkten, über 5 % geht es erst nach dem Abladen weiter. Spanien büsst ab über 5 % mit 301 bis 4000 Euro, ab 15 % geht es erst nach dem Abladen weiter. Die Niederlande büssen ab über 10 % mit 199 bis 559 Euro.

Quellen: Code de la route (FR), art. R312-2, Codice della Strada (IT), art. 167, LOTT Ley 16/1987 (ES), Art. 140 bis 143, OM Boetebase (NL), Feitcode P 173, Bussgeldkatalog-Verordnung (DE), Nr. 198.2

Muss ich bei einer Überladung vor Ort abladen?

In vielen Ländern ja: Die Polizei lässt dich erst weiterfahren, wenn das Übergewicht weg ist. Ab dem ersten Kilo gilt das etwa in Tschechien, Polen, Slowenien, Griechenland und Flandern, in Italien ab über 5 %, in Albanien ab über 10 %, in Spanien ab 15 % und in Kroatien ab 20 %. In Österreich, Frankreich, Portugal und Montenegro kann die Polizei die Weiterfahrt untersagen. Abladen heisst: Gepäck, Wasser oder Ausrüstung zurücklassen oder abholen lassen, auf eigene Kosten.

Quellen: Zákon 361/2000 Sb. (CZ), § 52, § 125c, Prawo o ruchu drogowym (PL), art. 61, 130a, Zakon o cestah ZCes-2 (SI), čl. 36, 128, Ν. 5209/2025 ΚΟΚ (GR), Art. 36, 57, 108, Besluit Vlaamse Regering 22.1.2021 (BE-VLG), Bijlage nr. 7°, Codice della Strada (IT), art. 167, LOTT Ley 16/1987 (ES), Art. 140 bis 143, Zakon o sigurnosti prometa na cestama (HR), čl. 154

Gibt es bei Kontrollen eine Toleranz?

Nur in einigen Ländern, und sie ist verschieden gross. Die Schweiz zieht 3 % Sicherheitswert vom gemessenen Gewicht ab. Deutschland, Spanien und Serbien büssen erst ab über 5 %, Dänemark ab über 7 %, die Niederlande ab über 10 %. Die Türkei rechnet mit 3,75 % plus 500 kg. Keine Toleranz kennen etwa Österreich, Italien, Frankreich, Portugal und Griechenland, dort kann schon das erste Kilo zu viel kosten. Eine Toleranz ist keine Reserve: Wer damit plant, ist trotzdem überladen und haftet bei einem Unfall.

Quellen: VSKV-ASTRA SR 741.013.1, Art. 13 (Sicherheitswert), Bussgeldkatalog-Verordnung (DE), Nr. 198.2, Rigsadvokatmeddelelsen Færdsel (DK), pkt. 5.3.2, OM Boetebase (NL), Feitcode P 173, Karayolları Trafik Kanunu 2918 (TR), Madde 65, Kraftfahrgesetz Österreich, § 134 (Fassung 30.7.2026)

Wo ist eine Überladung besonders teuer?

Am teuersten sind Spanien (ab 25 % 2001 bis 4000 Euro), Flandern (ab 45 % 4000 Euro), Luxemburg (ab über 10 % bis 5000 Euro, 4 Punkte und ein Strafverfahren) und Portugal (600 bis 3000 Euro ab dem ersten Kilo). In Griechenland ist der Führerausweis bzw. Führerschein bei jeder Überladung für 20 Tage weg. Auf dem Balkan sind die Bussen meist tiefer, Montenegro verlangt aber 300 bis 600 Euro und 2 Punkte. Was deine Überladung in allen 52 Ländern und Regionen kostet, zeigt der Rechner unter «Alle Länder».

Quellen: LOTT Ley 16/1987 (ES), Art. 140 bis 143, Besluit Vlaamse Regering 22.1.2021 (BE-VLG), Bijlage nr. 7°, Code de la route (LU), Fassung 12.6.2026, Código da Estrada (PT), art. 57, Ν. 5209/2025 ΚΟΚ (GR), Art. 36, 57, 108, Zakon o bezbjednosti saobraćaja na putevima (ME), čl. 111, 319

Warum ist ein überladenes Wohnmobil gefährlich?

Der Bremsweg wird länger, das Fahrzeug lenkt träger und neigt stärker zum Wanken, Reifen und Bremsen werden überlastet. Bei Fronttrieblern wie dem Fiat Ducato entlastet viel Gewicht im Heck die Vorderachse, was an Steigungen und auf nasser Strasse Traktion kostet. Bei einem Unfall mit deutlicher Überladung kann die Versicherung ihre Leistung kürzen.

Quellen: TÜV NORD: Wohnmobil-Zuladung, Reisemobil International: Wohnmobil überladen, Strafen (2022)

Wie belade ich das Wohnmobil richtig?

Schweres gehört nach unten und möglichst zwischen die Achsen, etwa in Bodenstaufächer. Heckgarage und Fahrradträger sparsam beladen, weil sie die Hinterachse stark belasten. Alles so sichern, dass beim Bremsen nichts durch den Innenraum fliegen kann.

Quelle: TÜV NORD: Wohnmobil-Zuladung

Wo lässt sich am meisten Gewicht sparen?

Die grössten Hebel sind ein fast leerer Frischwassertank während der Fahrt, Alu- statt Stahl-Gasflaschen (gefüllt rund 16,5 statt 24 kg), nur eine Gasflasche im Sommer, leichtes Camping-Geschirr und leichte Campingmöbel sowie Vorräte und Getränke erst vor Ort kaufen. Auch den Abwassertank vor der Abfahrt leeren.

Quellen: promobil: Zuladung im Wohnmobil, Tipps um Gewicht zu sparen, TÜV NORD: Wohnmobil-Zuladung

Welchen Führerausweis bzw. Führerschein brauche ich für ein Wohnmobil über 3,5 t?

Mit dem Ausweis der Kategorie B (in Deutschland und Österreich Klasse B) dürfen Wohnmobile bis 3,5 t Gesamtgewicht gefahren werden, darüber braucht es C1 (bis 7,5 t). Die EU öffnet 4,25 t mit B für Wohnmobile, mit Schulung oder Prüfung. Gelten wird das erst, wenn die Länder es in ihr Recht übernommen haben.

Je nach Land:

  • Schweiz: Bis 4,25 t mit B gilt bisher nur für emissionsfreie Wohnmobile mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb. Ob die Schweiz die EU-Regel übernimmt, prüft der Bundesrat; erwartet wird sie frühestens ab 2028.
  • Deutschland: Wer den alten Führerschein Klasse 3 hat, darf weiterhin Fahrzeuge bis 7,5 t fahren.

Quellen: TCS: Überladung von Wohnmobil oder Wohnwagen, Wohnmobil und Caravan: Ab 2028 4,25 t mit B-Fahrausweis, ADAC: B-Führerschein für Wohnmobile bis 4,25 Tonnen (2.4.2025)

Wie finde ich das echte Gewicht meines Wohnmobils heraus?

Voll beladen auf eine öffentliche Fahrzeugwaage fahren, etwa beim Entsorgungshof oder Recyclinghof. Idealerweise auch jede Achse einzeln wiegen, denn kontrolliert werden Gesamtgewicht und Achslasten.

Quelle: TCS: Überladung von Wohnmobil oder Wohnwagen

Quellen abgerufen am 29.09.2026