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Gas und Gasflaschen

Welche Gasflasche passt, wie lange sie reicht, was bei Gasgeruch zu tun ist, wann Regler und Schläuche fällig sind und wie oft die Gasprüfung ansteht.

Welche Gasflasche ist die richtige fürs Wohnmobil?

Die Tauschflasche deines Heimatlands ist am einfachsten; Komposit- oder Alu-Flaschen sparen Gewicht, eine fest eingebaute Tankflasche lohnt sich für viele Auslandreisen.

Je nach Land

  • Schweiz: Standard ist die 10,5-kg-Propanflasche aus Stahl mit Depot. Bei LANDI kostet die Füllung rund CHF 45 plus CHF 55 Depot (Stand September 2026); voll wiegt sie 22 bis 27 kg. Die Kompositflasche (z. B. Vitogaz «Prolight», 10 kg Propan) wiegt voll nur 15,6 kg und ist mit 57 × 30,5 cm fast gleich gross; Füllung rund CHF 56, Depot CHF 65.
  • Deutschland: Üblich sind 5- und 11-kg-Flaschen. Graue Eigentumsflaschen kannst du laut Progas bei fast allen Flaschenhändlern tauschen; farbige (z. B. rote) sind Pfandflaschen eines Anbieters. Eine volle 11-kg-Flasche wiegt laut Progas rund 21,4 kg.
  • Österreich: Laut PiNCAMP (ADAC) gleiche Gasflaschen wie in Deutschland.
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Typ Vorteil Nachteil
Stahl-Tauschflasche im Heimatland überall erhältlich, günstig schwer, im Ausland oft nicht tauschbar
Kunststoff- bzw. Kompositflasche leicht, Füllstand sichtbar etwas teurer, im Ausland oft nicht tauschbar
Alu-Flasche deutlich leichter teurer, gleiches Tauschproblem
Tankflasche (fest eingebaut) an LPG-Tankstellen nachfüllbar Anschaffung, Einbau

Eine volle Stahlflasche mit rund 11 kg Gas wiegt je nach Wandstärke 21 bis 27 kg – das zählt voll zur Zuladung, rechne es im Zuladungsrechner mit. Kompositflaschen sparen rund 6 bis 11 kg pro Flasche. Miss vor dem Kauf deinen Gaskasten.

Tankflaschen füllst du an LPG-Tankstellen (Autogas). Das Netz ist je nach Land unterschiedlich dicht, laut Wikipedia etwa rund 3000 Stationen in Italien und 1700 in Frankreich.

Kann ich meine Gasflasche im Ausland tauschen?

Meist nicht: Tauschsysteme mit Depot oder Pfand funktionieren fast nur im eigenen Land. Nimm für längere Reisen zwei volle Flaschen mit, miete vor Ort eine Flasche oder bau eine Tankflasche ein.

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Eine Schweizer Flasche nimmt im Ausland kaum ein Händler an, umgekehrt gilt dasselbe für deutsche oder französische Flaschen in der Schweiz. Zwischen Deutschland und Österreich ist es einfacher: Dort sind laut PiNCAMP (ADAC) dieselben Flaschen im Umlauf.

Deine Optionen:

  • Zwei volle Flaschen mitnehmen und nach der Rückkehr tauschen.
  • Lokale Flasche im Reiseland gegen Pfand mieten und mit Adapter anschliessen.
  • Tankflasche einbauen und an LPG-Tankstellen füllen (Füll-Adapter je nach Land nötig).

Schweizer und deutsche Anschlüsse scheinen laut dem Gasversorger Progas auf den ersten Blick zu passen, tun es aber nicht. Welche Adapter du brauchst, steht im Artikel Adapter.

Wie lange reicht eine 11-kg-Gasflasche?

Im Sommer ohne Heizung gut drei Wochen, im Winter mit Dauerheizung oft nur drei bis vier Tage. Entscheidend ist fast nur die Heizung.

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Richtwerte von Truma:

Gerät Verbrauch
Heizung 150–500 g/h
Boiler 120 g/h
Kocher 50–160 g/h
Absorber-Kühlschrank 14–20 g/h

Truma rechnet als Beispiel: Bei 400 g pro Tag reicht eine 6-kg-Flasche etwa zwei Wochen. Im Sommer (Kühlschrank rund um die Uhr, Kochen, etwas Warmwasser) liegst du oft in diesem Bereich. Die drei bis vier Tage im Winter nennt der ADAC.

Was bringt ein automatisches Umschaltventil?

Es hängt an zwei Flaschen und schaltet automatisch auf die zweite um, wenn die erste leer ist. So geht die Heizung nicht mitten in der Nacht aus.

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Eine Anzeige am Regler (z. B. Truma DuoControl CS) zeigt, welche Flasche in Betrieb ist; die leere tauschst du bei Gelegenheit. Im Winter friert so auch das Wasser im Boiler nicht ein. Der DuoControl CS hat ausserdem einen Crashsensor eingebaut (siehe nächste Frage) und liefert 30 mbar Ausgangsdruck, wie er in neueren Fahrzeugen üblich ist.

Hängst du im Ausland eine lokale Flasche an, brauchst du auf dieser Seite den passenden Adapter.

Darf ich während der Fahrt mit Gas heizen?

Ja, wenn die Anlage einen Gasdruckregler mit Crashsensor und Schläuche mit Schlauchbruchsicherung hat. Dann ist es laut Truma europaweit erlaubt, mit Ausnahme älterer Fahrzeuge in Frankreich.

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Bei Fahrzeugen ab Baujahr 01/2007 verlangt die EU-Heizgeräterichtlinie 2001/56/EG eine Sicherheitsabsperreinrichtung. In der Praxis heisst das:

  • Gasdruckregler mit Crashsensor (z. B. Truma MonoControl CS oder DuoControl CS). Er sperrt das Gas bei einem Unfall sofort ab.
  • Hochdruckschläuche mit Schlauchbruchsicherung (HRP) zwischen Flasche und Regler.

In Frankreich ist Gasbetrieb während der Fahrt nur bei typgeprüften Fahrzeugen mit Erstzulassung ab 1.1.2007 zulässig, bei älteren auch mit Crashsensor nicht.

Löst der Sensor bei einem Schlagloch aus, drückst du den gelben Reset-Knopf am Regler. An Tankstellen, in Parkhäusern und auf Fähren schaltest du alle Gasgeräte aus.

Was tun, wenn es im Wohnmobil nach Gas riecht?

Sofort die Gasflasche zudrehen, keine Flamme und keinen elektrischen Schalter betätigen und Fenster und Türen öffnen. Erst dann suchst du die Ursache.

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Die Reihenfolge:

  1. Gasflasche zudrehen. Das ist laut TCS der erste Schritt.
  2. Keine Zündquelle betätigen: kein Feuerzeug, keine offene Flamme, keine elektrischen Schalter (TCS, GOK).
  3. Fenster und Türen öffnen und gut lüften (GOK).

Laut TCS ist die Ursache oft banal: Der Schlauch war nicht fest genug an der Flasche angeschraubt, oder die Dichtung am Anschluss ist defekt, fehlt oder passt nicht – häufig nach dem Kauf einer neuen Flasche im Ausland. Verbindungen prüfst du mit Lecksuchspray aus dem Campinghandel: Bläschen zeigen die undichte Stelle.

Riecht es nach dem Nachziehen weiter oder findest du das Leck nicht, bleibt die Flasche zu, bis ein Gasfachmann die Anlage kontrolliert hat. Ein Gaswarnmelder, mobil oder fest eingebaut, erkennt laut GOK auch kleinste Leckagen.

Wie oft muss die Gasanlage geprüft werden?

Je nach Land alle zwei oder drei Jahre, teils nur als Empfehlung. Viele Campingplätze verlangen den Prüfnachweis beim Check-in.

Je nach Land

  • Schweiz: Prüfintervall drei Jahre für Wohnmobile, Wohnwagen und Vorzelte (EKAS-Richtlinie Flüssiggas, Richtlinien des Arbeitskreises LPG), nur durch zugelassene Gasprüfer. Seit November 2018 verlangen Schweizer Campingplätze beim Check-in eine gültige Vignette oder die Bescheinigung; gültige Prüfungen aus dem Ausland werden anerkannt. Beim TCS dauert die Prüfung 45 bis 60 Minuten und kostet für Mitglieder CHF 115 bis 130, für Nichtmitglieder CHF 150 bis 180.
  • Deutschland: Seit dem 19. Juni 2025 Pflicht (§ 60 StVZO), alle 24 Monate nach DVGW-Arbeitsblatt G 607. Laut ADAC kostet sie rund 40 bis 80 Euro und dauert 20 bis 45 Minuten. Wer die Frist überzieht, zahlt 15 bis 60 Euro Bussgeld.
  • Österreich: Die Prüfung nach ÖVGW-Richtlinie G 107 ist laut Österreichischem Camping Club (ÖCC) derzeit keine gesetzliche Pflicht, auch nicht beim Pickerl. Der ÖCC empfiehlt sie alle zwei Jahre; eine Wiederholungsprüfung dauert rund 40 Minuten und kostet ca. 50 bis 70 Euro. Der ÖAMTC bietet sie an vielen Stützpunkten an.
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Geprüft werden überall ähnliche Punkte: Dichtheit (Druckprobe), Regler, Schläuche, Leitungen, alle Geräte und die Lüftungsöffnungen. Danach erhältst du eine Bescheinigung und eine Plakette bzw. Vignette. Den Nachweis verlangen laut ÖAMTC Campingplätze auch in Österreich und anderen Ländern.

Die deutsche Pflicht richtet sich an in Deutschland zugelassene Fahrzeuge. Ob und wie sie bei ausländischen Fahrzeugen kontrolliert wird, ist nicht abschliessend geklärt. Halte das Intervall deines Landes ein und nimm die Bescheinigung mit.

Wann muss ich Gasdruckregler und Schläuche ersetzen?

Spätestens zehn Jahre nach dem Herstellungsdatum, unabhängig vom Zustand. Zeigen sich vorher feine Risse, wechselst du früher.

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Für die Schweiz schreibt der TCS: «Ein Austausch ist alle 10 Jahre vorgeschrieben.» In Deutschland steht die Regel im DVGW-Arbeitsblatt G 607: Druckregler, automatische Umschaltanlagen und Schlauchleitungen sind spätestens zehn Jahre nach dem Herstellungsdatum zu ersetzen – also auch Umschaltregler wie der DuoControl CS.

Massgebend ist laut dem Reglerhersteller GOK das Herstellungsdatum, nicht der Einbau. Beim Regler steht es unten auf dem Typenschild, etwa «08.09» für August 2009 oder nur «2019». Am Schlauch zeigt ein gelbes Etikett, wann er fällig ist.

Der Prüfer kontrolliert das Alter von Schlauch und Regler bei der Gasprüfung (TÜV NORD). Lass abgelaufene Teile deshalb vor dem Termin ersetzen. Nach dem Tausch prüfst du die Verbindungen mit Lecksuchspray (TCS).

Wie bereite ich mich auf die Gasprüfung vor?

Bring die letzte Prüfbescheinigung mit, schliess eine gefüllte Gasflasche an und teste vorher alle Gasgeräte. Kontrolliere auch das Herstellungsdatum von Regler und Schläuchen.

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TÜV NORD nennt diese Punkte:

  • Letzte Prüfbescheinigung mitbringen. In Deutschland das gelbe Prüfheft, in der Schweiz die Kontrollbescheinigung, in Österreich die Prüfbescheinigung nach G 107.
  • Gasflasche gefüllt und angeschlossen. Ohne Gas lässt sich nichts prüfen.
  • Alle Gasgeräte vorher testen: Kocher, Heizung, Boiler, Kühlschrank.
  • Aufbaubatterie laden, damit sich alle Geräte zünden und prüfen lassen.
  • Nachweise für neu eingebaute Gasgeräte mitbringen.

Geprüft werden laut TÜV NORD unter anderem die Befestigung der Flaschen, die Dichtheit der Anlage, die Sicherheitsventile und die Funktion jedes Geräts. Rechne je nach Prüfstelle mit 20 bis 60 Minuten.

Was tun im Winter: Propan oder Butan?

Nimm im Winter Propan. Butan siedet bei −0,5 °C und verdampft darunter kaum noch, Propan erst bei −42 °C.

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Mit Butan bekommt die Heizung bei Frost kein Gas, obwohl die Flasche noch voll ist. In der Schweiz sind die gängigen Tauschflaschen (z. B. Vitogaz 10,5 kg) Propanflaschen. Im Ausland kann eine Mietflasche auch Butan oder ein Gemisch enthalten – im Sommer kein Problem, im Winter in den Bergen schon. Frag beim Kauf nach.

Flüssiggasbehälter dürfen nur an geeigneten Füllstationen und nur zu 80 % gefüllt werden. An LPG-Tankstellen sind in Deutschland nur fest eingebaute Tanks und Tankflaschen erlaubt, Tauschflaschen selbst nachzufüllen ist verboten.

Mehr zum Wintercamping steht im Artikel Winter.

Stand 30.09.2026. Ohne Gewähr, Regeln können sich ändern.

Quellen

  • TCS: Gaskontrolle für Wohnmobil und Wohnwagen
  • TCS: Obligatorische Gasprüfung am Wohnwagen
  • TCS: Wohnmobilpannen und Pannenbehebung
  • TÜV NORD: Gas testing for caravans and motorhomes
  • GOK: Replace LPG pressure regulator and hose in motorhome/caravan – when?
  • GOK: Sicherheit bei Gasgeruch im Caravan
  • ADAC: Neue Pflicht für Camper: Gasprüfung bei Wohnmobil und Wohnwagen
  • PiNCAMP by ADAC: Alles zum Thema Flüssiggasanlagen
  • Truma: So berechnen Sie den Gasverbrauch in Ihrem Wohnmobil
  • Truma: MonoControl CS – Gasdruckregler mit Crashsensor
  • Truma: DuoControl CS – Automatischer Gasdruckregler
  • LANDI: Gas Propan Vitogaz 10,5 kg
  • ADAC: Wohnmobil im Winter nutzen: Heizen, Wasser, Ausstattung
  • Vitogaz: Gas in Flaschen, Sortiment (Stahl- und Kompositflaschen)
  • LANDI: Gas Composite 10 kg
  • Wikipedia: Autogas
  • Progas: Camping-Gasflasche: Gas-Anschluss & Adapter in Europa
  • gesetze-im-internet.de: § 60 StVZO Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen
  • Wikipedia: Butan
  • Wikipedia: Propan
  • Progas: Gasflasche 11 kg – Alles, was Sie wissen müssen
  • ÖCC: G107 Gasüberprüfung und Gasprüfstellen in Österreich
  • ÖAMTC: Gasanlagen-Überprüfung bei Campern