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Landstrom mit CEE-Kabel, AGM oder Lithium, Ladebooster, Solarertrag und Wechselrichter – was du für Strom im Wohnmobil wissen musst.

Was brauche ich für Landstrom auf dem Campingplatz?

Ein 25-m-Kabel mit blauem CEE-Stecker (230 V, 16 A), dem europäischen Standard, und einen Adapter auf Haushaltstecker für Plätze ohne CEE-Säule.

Je nach Land

  • Schweiz: Haushaltsteckdosen nach SN 441011 (T13/T23, früher SEV 1011). Eine T13-Steckdose ist nur für 10 A ausgelegt.
  • Deutschland und Österreich: Schuko-Steckdosen, laut Wikipedia in der Regel für 16 A ausgelegt.
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  • CEE-Kabeltrommel oder -Kabel, 25 m, mindestens 2,5 mm² Querschnitt, Gummileitung H07RN-F, mindestens IP44. In einigen Ländern sind 25 m die zulässige Höchstlänge.
  • Adapter CEE auf Haushaltstecker, falls ein Platz nur Haushaltsteckdosen hat: Schuko für Deutschland, Österreich, Italien, Spanien und Plätze mit Schuko-Säulen, T13 für die Schweiz.

Die Kabeltrommel rollst du immer ganz ab. Aufgewickelt staut sich die Wärme, bei hoher Last kann das Kabel schmelzen. Steckverbindungen legst du nicht in Pfützen – eine Kupplungsschutzhülle hilft.

Welche Adapter wo nötig sind, steht im Artikel Adapter. Kabel und Adapter findest du auch in der Packliste.

Wie viele Geräte kann ich an 6, 10 oder 16 Ampere betreiben?

So viele, wie zusammen unter Spannung mal Strom bleiben: bei 6 A rund 1380 W, bei 10 A 2300 W, bei 16 A 3680 W. Alles, was gleichzeitig läuft, zählt zusammen.

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Campingplätze sichern ihre Säulen meist mit 4 bis 16 A ab:

Absicherung maximale Leistung
4 A 920 W
6 A 1380 W
10 A 2300 W
16 A 3680 W

Typische Verbraucher sind Ladegerät, Kühlschrank auf 230 V, Heizstab der Combi-Heizung (900 oder 1800 W), Kaffeemaschine und Föhn. Bei 6 A reicht schon ein Föhn plus Wasserkocher, um die Sicherung an der Säule auszulösen.

Dann musst du oft die Rezeption rufen, schalte grosse Verbraucher also nacheinander ein. Fällt dagegen im Fahrzeug der FI-Schutzschalter, liegt der Fehler meist bei einem Gerät oder Kabel an Bord: Geräte abstecken, einzeln wieder einschalten.

AGM oder Lithium: Welche Aufbaubatterie lohnt sich?

Für Wochenenden und den Jahresurlaub reicht AGM. Wer oft und autark unterwegs ist, fährt mit Lithium (LiFePO4) günstiger: mehr nutzbare Kapazität, viel mehr Zyklen, weniger Gewicht.

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AGM Lithium (LiFePO4)
Nutzbare Kapazität ca. 50 % ca. 80 % und mehr
Zyklen rund 600 bei 50 % Entladung rund 2500 bei 80 % Entladung und mehr
Gewicht hoch etwa ein Viertel bei gleicher nutzbarer Energie
Preis pro Ah tief deutlich höher

Die Faustregel stammt von PiNCAMP (ADAC). Laut Victron braucht eine AGM-Batterie etwa die doppelte Nennkapazität, um gleich viel nutzbare Energie zu liefern. Häufige Tiefentladung schadet AGM-Batterien, bei LiFePO4 ist sie laut PiNCAMP kein Problem. LiFePO4 lädt schnell und liefert auch bei Kälte Strom, laden darf man sie laut Victron aber erst ab +5 °C – im Winter braucht es eine Batterieheizung oder einen warmen Einbauort.

Ladegerät, Booster und Solarregler müssen die passende Ladekennlinie haben. Wie viel Gewicht Lithium spart, siehst du im Zuladungsrechner.

Wie gross muss die Aufbaubatterie sein?

Das hängt vom Verbrauch ab: Für ein kleines Wohnmobil mit zwei Personen rechnet der ADAC mit rund 120 Ah, für eine Familie im Wohnwagen mit rund 210 Ah.

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Beispiel (ADAC) Verbrauch pro Tag Speicher
Kleines Wohnmobil, zwei Personen rund 480 Wh (40 Ah bei 12 V) rund 120 Ah
Familie im Wohnwagen rund 850 Wh (71 Ah) rund 210 Ah

Bedenke die nutzbare Kapazität: Eine 120-Ah-AGM liefert ohne Schaden nur etwa 60 Ah, eine 120-Ah-Lithium rund 100 Ah.

Grosse Verbraucher sind ein Kompressor-Kühlschrank, die Heizungsgebläse im Winter und alles, was über den Wechselrichter läuft.

Wie viel Strom bringt eine Solaranlage auf dem Wohnmobil?

Im Sommer viel: Zwei 100-W-Module können an einem sonnigen Tag genug laden, um die Batterie für drei Tage ohne Sonne zu füllen. Im Winter bringt dieselbe Anlage nur einen Bruchteil davon.

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Der ADAC empfiehlt für ein kleines Wohnmobil mindestens 200 W Modulleistung, für einen Familien-Wohnwagen 400 W. Der Ertrag schwankt stark mit Jahreszeit, Wetter und Schatten; im Winter brauchst du deshalb Landstrom oder die Lichtmaschine.

Tipps:

  • Monokristalline Module sind Standard.
  • Von flexiblen Modulen rät der ADAC eher ab, weil sie früher oder später oft brechen.
  • Faltbare Solarkoffer (ab etwa 90 Euro pro 100 W) sind eine Alternative ohne Dachmontage.

Brauche ich einen Ladebooster?

Oft ja, vor allem bei neueren Fahrzeugen und bei Lithiumbatterien. Ohne Booster lädt eine «intelligente» Lichtmaschine die Aufbaubatterie während der Fahrt oft kaum.

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Viele moderne Basisfahrzeuge haben eine vom Motorsteuergerät geregelte Lichtmaschine. Ihre Spannung schwankt laut Victron zwischen 12,5 und 15 V, bei Bedarf schaltet sie ganz ab.

Ein Ladebooster (DC/DC-Lader) hebt die Spannung auf das richtige Niveau und lädt mit der passenden Kennlinie. Bei Lithium begrenzt er ausserdem den Strom: Lithiumbatterien haben laut Victron einen sehr tiefen Innenwiderstand und können beim direkten Laden die Lichtmaschine überlasten.

Der ADAC nennt für einen Ladebooster rund 150 Euro. Einbauen sollte ihn eine Fachwerkstatt. Absorber-Kühlschränke laufen während der Fahrt auf 12 V nur bei laufendem Motor und ziehen dabei rund 130 W (Dometic RM10.5T).

Welchen Wechselrichter brauche ich im Wohnmobil?

Einen mit reinem Sinus, etwa 25 % Leistungsreserve und Unterspannungsschutz. Er macht aus 12 V Batteriespannung 230 V.

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  • Reiner Sinus. Modifizierte Sinus-Geräte sind günstiger, aber Kaffeemaschinen, elektrische Zahnbürsten und Multimedia-Geräte vertragen sie oft nicht.
  • Leistung mit Reserve. Rechne den Bedarf aus und nimm etwa 25 % mehr. Beachte auch die Anlaufspitze beim Einschalten.
  • Unterspannungsschutz, damit die Batterie nicht tiefentladen wird.
  • Überlast- und Überhitzungsschutz, sparsamer Stand-by.

Rechne ehrlich: Ein Föhn mit 1000 W zieht auf der 12-V-Seite rund 90 A. Zehn Minuten sind machbar, eine Dachklimaanlage über Stunden nicht. Den Einbau überlässt du einer Fachperson.

Wie pflege ich die Batterie, wenn das Wohnmobil steht?

Lade sie etwa alle vier Wochen rund zwölf Stunden an 230 V und schalte den Hauptschalter aus. Ohne Landstrom erhält eine Solaranlage die Batterie auch im Winter.

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Die Vier-Wochen-Regel für alle Batterietypen nennt der ADAC. Ohne Hauptschalter leeren kleine Dauerverbraucher wie Alarmanlage, Radio-Speicher oder Gaswarner die Batterie über Wochen. Eine tiefentladene AGM-Batterie nimmt dauerhaft Schaden.

Mehr zum Abstellen über den Winter steht im Artikel Einwintern, zur Pflege vor der Saison unter Wartung und Dichtheit.

Stand 30.09.2026. Ohne Gewähr, Regeln können sich ändern.

Quellen